|
DEEPWAVE e.V.
Die Initiative zum Schutz der Hoch- und Tiefsee
PRESSEMITTEILUNG
Giftcocktail in chilenischem Lachs entdeckt
Proben vom Verbraucherschutzamt beanstandet.
Hamburg 16.10.2008: Dem Hamburger Meeresschutzverein DEEPWAVE e.V. liegen Dokumente aus dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)* vor, die darauf hinweisen, dass bei der routinemäßigen Kontrolle von Lachsprodukten aus Chile in der EU verbotene Zusatzstoffe gefunden worden sind.
Die Untersuchgen des Berliner Verbraucherschutzministeriums fanden dabei in zwei Proben in der EU nicht zugelassenen Biozide. So schreibt das BVL:
„Insgesamt wurden in dem genannten Zeitraum 42 Proben untersucht. Zwei Proben wurden beanstandet, eine enthielt Kristallviolett und eine Abamectin, beides für Aquakulturen in der EU nicht zugelassene Stoffe. Zwei weitere Proben enthielten Gehalte an Oxytetracyclin unter halb der zulässigen Rückstandshöchstmenge von 100 µg/kg. Diese Proben wurden daher nicht beanstandet.“
Die Aquakultur ist ein weltweit wachsender Wirtschaftszweig. Wie bei jeder intensiven Landwirtschaft werden zur Steigerung der Produktivität, für den Transport, zur Beeinflussung der Reproduktion oder für die Kontrolle der Boden- und Wasserqualität umfangreich Chemikalien eingesetzt. Das Pestizid-Aktions-Netwerk PAN* listete im Jahr 2003 mehr als 300 chemische und biologische Mittel der verschiedensten Klassen, so z. B. Antibiotika, Therapeutika, Impfstoffe, Biozide und Hormone, auf.
Lachs aus Chile ist weltweit in den letzen Jahren immer wieder in den Fokus der Beanstandung geraten und gab Anlass für Warnungen an den Verbraucher. Das gefundene Mittel Kristallviolett* (2µg/kg) dient wie auch das Mittel Abamectin (8,7 µg/kg) gegen Ektoparasiten für die in überfüllten Massenbecken gehaltenen Fische. Kristallviolett wirkt beim Menschen ebenso wie die verwandten und ähnlich verwendeten Triphenylmethanfarbstoffe Malachitgrün und Brillantgrün u.a. zelltoxisch auf die Haut.
Kristallviolett ist nicht gelistet als Veterinärmedizin unter den Anhängen 1-4 der EU-Verordnung 2377/90 und darf daher bei Lebensmitteln nicht eingesetzt werden.
„Wenn 5 % der Fischproben Verunreinigungen aufweisen, ist dies ein Skandal“, so Dr. On no Groß, Meeresbiologe von DEEPWAVE e.V. „Bei einem solchen Vorfall müsste automatisch das Rapid Alert System Food and Feed (RASFF)* der EU zum Schutz der Verbraucher einsetzen. Wir werden jetzt verfolgen, ob dieser Vorfall auch nach Brüssel gemeldet wird. Eins ist klar: Billiger Importlachs stellt ein Problem nicht nur für die Wildfischbestände, sondern auch für den deutschen Verbraucher dar.“
*Quellen:
Kontakt Chile: NGO Ecoceanos
Dr Juan Carlos Cardenas +56-(9)-84697390
Kontakt BVL: ww.bvl.bund.de/presse
BVL-Schnellwarnsystem
Vorstudie im Kontext , Chemikalieneinsatz in der Aquakultur, 2003 Pestizid Aktions-Netzwerk e.V. (PAN Germany)
www.pan-germany.org/download/aquakultur_l.pdf
=0 A
Für weitere Informationen:
Dr. Onno Groß DEEPWAVE e.V.
Hegestr. 46d, 20251 Hamburg
info@deepwave.org
Tel. 0179 598 6969
Über ein Spende würden wir uns freuen.
Spendenkonto:
DEEPWAVE e.V.
Hamburger Sparkasse
Kto.-Nr. 12 08 11 67 13
BLZ 200 505 50
|